12. August – Hat nicht sollen sein

Heute hielt der Tag mehrmals die Situation „hat nicht sollen sein“ für mich bereit. Es begann mit einem ursprünglich geplanten Ausflug nach Zakynthos. Ich hätte hier im Blog sehr gerne meine neu aufgefrischten Eindrücke dieser wunderschönen Insel geteilt, die ich vor einer ewig langen Zeit schon einmal besucht habe. Dummerweise wird aber in der nächsten Woche einer der bedeutendsten Feiertage in Griechenland, der Tag der „Entschlafung der Gottesmutter“ gefeiert, „Kimisis tis Theodoku“, bei uns auch als Mariä Himmelfahrt bekannt. In diesem Zusammenhang sieht es so aus, als mache sich das gesamte Festland anlässlich der zum Teil auch mehrtägigen Feierlichkeiten auf den Weg zu den Inseln. Nur so lässt sich erklären, dass mein Versuch, Fährtickets zu kaufen, rigoros abgebügelt wurde mit einem wenig freundlichen „No tickets. Boat full.“ Angesichts dieses riesigen Schiffes hielt man das zunächst für vollkommen unmöglich. Doch angesichts der Menschenmenge, die den kleinen Hafen von Kyllini komplett verstopfte, erschien das Ganze dann doch recht nachvollziehbar. Wie auch immer: Zakynthos hat nicht sollen sein. Heute zumindest nicht.

Zurück in der Anlage, lautete dann der Plan, gemütlich mit einem Buch und einem „Melon Cooler“ (alkoholfrei und lecker) am Lieblingsplatz einfach einen weiteren Urlaubstag zu genießen. Hat aber auch so nicht sollen sein. Das Schöne am Lieblingsplatz war bislang, dass man zu jeder Tageszeit dort eine Möglichkeit fand, sich niederzulassen. Heute aber war das leider nicht möglich, weil ein paar Exemplare der Spezies „Hauptsache ich, die anderen interessieren mich nicht“ dort ihre Handtücher auf zwei Liegen ausgebreitet hatten, um dann sogleich wieder auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Die Clubleitung ist wirklich bemüht, dieses „Problem“ in den Griff zu bekommen und sammelt auch immer wieder offensichtlich über einen längeren Zeitraum herrenlose Handtücher ein, aber sie können natürlich nicht jederzeit überall sein. Es wird auch immer wieder zu allen möglichen Gelegenheiten darauf hingewiesen, dass das „Reservieren“ von Liegen nicht erwünscht ist, aber es gibt einfach egoistische Menschen, denen das vollkommen egal ist, und davon leider nicht wenige.

Da man selbst ja flexibel ist, war schnell mit ein bisschen Improvisation ein anderer Platz gefunden. Seitdem habe ich nun aus der Entfernung den schönsten Blick auf zwei inzwischen bereits rund vier Stunden lang vereinsamte, aber mit Poolhandtüchern bestückte Liegen. Es juckt mich zwischendurch immer wieder in den Fingern, hinzugehen und sie einfach zu entfernen, aber ich reiße mich dann doch immer wieder zusammen.

Zu guter Letzt hätte ich ein kleines Sonnenbad sehr schön gefunden. Hat aber ebenfalls nicht sollen sein. Es gibt zwar nach wie vor Sonne satt, aber sie ist in Kombination mit einer ungewöhnlich hohen und daher schweißtreibenden Luftfeuchtigkeit und irgendwelchen Inhaltsstoffen meiner Sonnencreme offenbar der Grund für eine allergische und leider etwas juckende Hautreaktion.

Aber was soll’s! Im Schatten ist es auch sehr schön und der Wind, der mir seit einer guten Stunde vom Meer her um die Nase weht, sorgt nun für herrliche Kühlung. Darüber hinaus verspricht der Nachmittag durchaus unterhaltsam zu werden: Das obligatorische, spaßverheißende Quiz steht an, und die Spannung steigt, wer sich schließlich als Besitzer der einsamen Handtücher herausstellen wird. Ich feile gerade noch an einer kleinen, gemeinen Bemerkung – mal sehen. Außerdem muss ich natürlich von Ken Follet noch erfahren, was es mit dem Mann aus St. Petersburg auf sich hat.

Fazit: Von einem oder mehreren „hat nicht sollen sein“ sollte man sich keineswegs die Laune verderben lassen. Als gute Rheinländerin bin ich da gleich wieder beim kölschen Grundgesetz mit seinen ersten beiden Paragraphen: „Et es wie er es“ und „et kütt wie et kütt.“ Warum sollte das in Griechenland keine Gültigkeit haben? In diesem Sinne wünsche ich rundum und nicht nur hier einen wunderschönen Tag!

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